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Mit ‘Google’ getaggte Artikel

Google ist der Feind!

Montag, 07. Februar 2011

Ein wirklich sehr guter Kommentar zu dem Thema, dass die Verlage mit Apples Preisgestaltung im Bereich der „In-App“ nicht zufrieden sind.

Quelle: http://www.heise.de/mac-and-i/news/foren/S-Aus-Sicht-der-Verleger-ist-Google-Android-nicht-der-Messias-sondern/forum-193719/msg-19795693/read/

„Warum?
Man erinnere sich doch nur: Aus Verlegersicht ist Google ein Dieb, der ihnen die Arbeit im Internet kaputt macht / jedes Preismodell welches nicht nur auf „werbefinanziert“ rausläuft verdirbt.

Kritik gibt es mindestens seit 2004:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18463/1.html
2006 wollte man gar nicht mehr in den Suchmaschinen vertreten sein:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verleger-wollen-Online-Nachrichten-vor-Suchmaschinen-schuetzen-165380.html
2009 sollte dann endlich Geld fließen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Suchmaschinenbetreiber-sollen-fuer-Nachrichten-zahlen-821108.html
In Deutschland diskutiert man ein Leistungsschutzrecht für die Verlage, bei dem ganz klar Google als Feindbild gesehen wird (wenn auch nicht mehr als einziges):
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Nicht-nur-Google-soll-zahlen-952766.html

Wäre das nicht schon genug, hat Google nicht nur bei Nachrichten und Magazinen, sondern auch bei einer wichtigen weiteren Kategorie der Printerzeugnisse sich den Unmut der (deutschen) Verlage zugezogen: Bücher!
http://www.heise.de/ct/meldung/Buchverlage-reichen-Einwaende-gegen-Google-Books-bei-Gericht-ein-753969.html

Und in dieser Situation wollen einige hier im Forum Android als die Alternative ins Spiel bringen? Wie schizophren ist das denn! (Natürlich: Sowas würde keinen denkenden Menschen mehr wirklich überraschen, denn wer wie andere Vertreter der Content-Industrie fleißig die eigenen Kunden verklagt, braucht sich über Schizophrenie nicht viele Gedanken machen…)

Und das, nachdem die Verlage festgestellt haben, dass ein anderer Anbieter weit mehr Geräte in einem Format verkauft, welches für Printmedien abseits von Büchern ideal zu sein scheint?

Hintergrund: eBook-Reader mit eInk sind sicher genial um (extrem Textlastige) Bücher zu lesen – auf wirklich farbfähige Geräte muss man jedoch noch warten. Für Nachrichten galt aber schon lange „Ein Bild zählt mehr als tausend Worte“ und die „Macht der Bilder“ wird schon lange diskutiert, und ganz bestimmt seit dem Vietnamkrieg nicht mehr angezweifelt und wurde durch Abu Ghuraib nochmal kräftig in Erinnerung gerufen.
http://www.geschichteinchronologie.ch/as/vietnam/vietnamkrieg-fotos.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Abu-Ghuraib-Folterskandal

Bei den (mir persönlich nicht wichtigen, aber sicher sehr lukrativen) Klatschmagazinen ist es bestimmt noch schlimmer: Wer wurde händchenhaltend von einem Paparazzi erwischt? Bei wem könnte sich ein Babybauch abzeichnen? In was für einem Kleid erschien wer zu einem großen Auftritt?

Also sind eInk-Geräte erst mal keine Alternative für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage.

Am Smartphone-Boom würde man gerne mitverdienen, aber man hat wohl doch eingesehen, dass speziell auf Mobilgeräte zugeschnittene Webseiten nur wenig Inhalt präsentieren können. Denn erfahrung hat man schon mit den gescheiterten WAP-Portalen gemacht und fast jeder Verlag bietet eine „iPhone optimierte“-Seite. Was man aber wohl auch im Zuge des Smartphone-Boom berichten kann: Angebote von kostenlosen wie kostenpflichtigen „Apps“ für das iPhone generieren Umsätze und rechnen sich wohl für viele Verlage.
http://www.heise.de/mobil/meldung/Axel-Springer-verbucht-iPhone-Anwendungen-als-Erfolg-905638.html

Was liegt also näher, als nun beim offensichtlich erfolgreichen Start des iPads als neue Geräteklasse zwischen Smartphone/Mediaplayer und vollwertigem Rechner sich mit diesem anzufreunden? (Zur Erinnerung: Genau so hat Apple das iPad vorgestellt – unabhängig davon was für Zahlenjongleure bei den Wirtschaftsanalysten das iPad jetzt doch
a) als Netbook zählen und da Netbooks ja als Notebooks und damit als Mobilcomputer gezählt werden somit auf ein mal doch ein „PC“ sein sollen (was auch der Originaldefinition von PC entspräche – aber natürlich heute meist nicht mehr so verstanden) oder doch
b) als „Media Tablet“ aber weder als „Mediaplayer“ (wo der iPod noch immer unangefochten an der Spitze steht) noch als „eBook Reader“ (seit wann sind Bücher keine Medien? Und seit wann ist „Lesen“ nicht ein Vorgang der Mediennutzung?) noch als „Tablet PC“ (denn das ist ja eine Marke von Mircosoft/Windows und kann deswegen nie mit einem anderen OS verkauft werden – selbst wenn Netbooks inzwischen auch als Convertible angeboten werden … erst wenn darauf Windows läuft, werden sie „Tablet PC“).)

Von dem Erfolg der iPods als Medienplayer hätte man vielelicht sogar die Zuversicht, sich hier nicht mit einem ewigen Verlierer einzulassen sonder vielleicht auch mal auf das richtige Pferd zu setzen… Und erste Verkaufsstatistiken und Schätzungen für die nächsten Jahre scheinen einen hier zu bestätigen:
http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/iPad-dominierte-Tablet-Markt-im-vergangenen-Jahr-deutlich-1172102.html
http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Marktforscher-iPad-dominiert-Tablet-Markt-bis-2012-1169977.html

Und jetzt das?! Man soll Apple eine Möglichkeit geben, nicht nur seine Geräte an die Kunden zu verkaufen, sondern auch noch an den Inhalten mitzuverdienen? Oh mein Gott, das hat es doch noch nie im Printbusiness gegeben!!!1!!elf!! Die Druckereien, die Zeitungsausträger, die Kioskbesitzer – alle haben das doch nur gemacht, um die Inhalte zu verbreiten und den Verlagen ein gutes Auskommen zu bescheren – also all jener, welche man bei eletronischer Distribution nicht mehr benötigt und deren Anteil am Kuchen man doch so gerne nun selbst eingestrichen hätte – weswegen die Preise der elektronischen Erzeugnisse in Form von Apps, Abomodelle und eBooks ja gerne in etwa so viel gekostet haben wie die gleichen Printerzeugnisse obwohl die Herstell- und Vertriebskosten ja um Welten geringer sein dürften.

Ehrlich: Mit etwas Weitsicht hätte man das vielleicht erahnen können. Aber Weitsicht scheint ja bei vielen Vertretern der Content-Industrie ein sehr seltenes Gut zu sein.

Also versucht man es halt mal wieder wie die letzten Jahre so oft: Jammern, Jammern und nochmals Jammern. Vielleicht hilft einem ja die Regierung… Natürlich ganz ohne Gegenleistung, denn die Regierungen sind ja auch gar nicht auf einen guten Draht zur Presse angewiesen.“